Natürliches & natives Lernen

Natürliches & natives Lernen

Alles zu seiner Zeit und mit großer Freude

Natürliches Lernen – Spielerisch leben und lernen ist einer der Schlüssel

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Wenn wir als Gesellschaft es nicht mehr schaffen, diesen Worten Friedrich Schillers zu folgen, weil wir unseres ursprünglichen Potentials beraubt wurden und weil Spielen ja angeblich beim besten Willen nicht zum Ernst des Lebens gehört, sollten wir dann nicht unsere Kinder zu unseren Lehrmeistern und zu den Lehrmeistern ihrer selbst machen? Sind Kinder, solange wir sie nicht (v)erzogen haben, nicht sowieso unsere Lehrmeister in Sachen Spielen?

Sollten wir dann nicht einfach das Lernen ebenfalls zum Spiel machen? Und wie schaffen wir es (wieder), dass sich unsere Kinder wie Menschen in der vollen Bedeutung des Wortes fühlen, damit dies funktioniert?

Den Menschen vom Objekt zum Subjekt transformatieren

Diese Ansätze1 erkennen wir in den Methoden der existierenden Reformschulen, solange man sie denn hat existieren lassen. Davon ausgehend, dass wir nicht nur unsere Kinder zum Objekt machen, sondern auch andere und uns selbst, liegt die Lösung eben darin, unsere Kinder das tun zu lassen, was sie sowieso machen möchten, oder besser: machen wollen.

Unsere Kinder sind Gestalter ihrer selbst. Sie wollen auf ihre Art und Weise entdecken und erforschen und sie wollen innerhalb der Gemeinschaft mit anderen eingebunden sein und Beachtung finden.

In der negativen Abgrenzung wird besonders deutlich, was wir ungünstiger weise tun und endlich vermeiden müssen. Zum Objekt machen wir unsere Kinder wenn wir:

  • allerlei (fragwürdige) Erwartungen an sie haben
  • oft mit „Nein“ antworten, ohne etwas Besseres anzubieten
  • sie maßnahmen-bezogen behandeln
  • mittels Anweisungen oder gar im Befehlston dirigieren
  • sie bewerten bzw. beurteilen (Zensuren, Prüfungen…)
  • sie ausschließen (In die Ecke stellen…)
  • ihnen erzählen: „Du hast hier nichts zu wollen…
  • das Wir-Gefühl unterdrücken (Ellenbogengesellschaft…)

Natives Lernen – In der Gemeinschaft verbunden

Gemeinsam lernen - Natives Lernen

Greifen wir den Aspekt „Wir-Gefühl“ gleich wieder auf. Dieses Gefühl besteht dadurch, als dass man sich als Teil des Ganzen erkennt. Lernen und Leben in einer Gruppe ist existentiell und besonders dann förderlich, wenn die Gemeinschaft möglichst unhierarchisch, auch begrenzt altersübergreifend ist und dem Einzelnen das Gefühl gibt, ein wichtiger,

bedeutender, gar spürbar geschätzter Teil dieses Ganzen zu sein. Es entstehen hierbei Gemeinschaften, in denen das einzig verbliebene Konkurrenzdenken in der Fragestellung des Einzelnen in dieser Formulierung aufgeht:

Habe ich die anderen genügend geachtet
und unterstützt?

Faszination als Grundlage für natürliches Lernen

Wann wird Lernen zur Faszination? Faszination ist doch eine fesselnde, ja begeisternde Qualität, nicht wahr? Wir erreichen diesen Zustand, wenn wir berücksichtigen, dass für unsere Kinder das zu Lernende eine wirkliche Bedeutung hat, eine Realitäts- bzw. Lebensbezogenheit innehat und vor allem dann, wenn eine Lösungsorientierung vorliegt. Wenn wir unseren Kindern im Sinne des Analogiegesetzes dann noch mitteilen, dass ihr Wirken „im Kleinen“ so wichtig wie die Dinge „im Großen“ sind, dann wird es ihnen an Bedeutung nicht mehr fehlen. Wenn wir ihnen erklären oder sie herausfinden lassen, dass alles mit allem in Verbindung steht und damit immer noch mehr den Sinn und Zweck herausheben können, werden wir zu einer selbst-laufenden Lernfaszination kommen, in der pure Freude sichtbar sein wird.

Dies kennzeichnet natürliches Lernen. Natürliches Lernen ist menschenwürdig, nachhaltig und faszinierend!

Hingegen ist die in unseren Bildungssystemen lange angewandte und daher gewohnheits-akzeptierte Erklär-Bär-Methode im Frontalunterricht alles andere als nachhaltig. Wir lernen durch lösungsorientierte Erfahrung viel besser, als durch das stumpfe Verabreichen von Theorie im Erklärungs-Modus. Dieses Konzept des Einflößens von meist lebensfremden

Frontalunterricht  in Reih und Glied sitzend ist kein natürliches Lernen

und daher totem Unterrichtsstoff führt zu untiefen „Wissen“ und schnellem Vergessen. Es ist demotivierend, krankheitsfördernd und – so oder so – bloße Zeit- und Energieverschwendung.

Wir schaffen das ab!

Natürliches & natives Lernen ist kein Bestandteil unseres Bildungssystems

Wir wissen längst, dass es nicht nur unangemessen ist, sondern geradezu ein menschen-experimentelles Verbrechen darstellt, unsere Kinder in Reih und Glied auf „Linie“ zu bringen, um dann im Rahmen dieses „betreuten Denkens“ auf Volkswirtschafts- und Staatskurs zu lenken. Damit zerstören wir ihr wirkliches Potential zum Zwecke der Kontrolle und Unterdrückung.

1 Von „Ansätzen“ muss deshalb gesprochen werden, weil die sicherlich sehr nützlichen Herangehensweisen bestimmten Zwängen und damit Einschränkungen des „gewollten“ Erziehungs-, Bildungssystems unterliegen, um überhaupt ausprobiert werden zu dürfen. (Zurück zum Link)


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